Steckbrief Eichenholz
Herkunft: Eichenhölzer, lat. Quercus, stammen aus der artenreichen Gattung der Fagaceen.

Stammform: Eichen sind überwiegend gut geformt, astfrei bis auf rd. 15 m Länge mit Durchmessern von 0,3 bis 0,8 m.
Spez. Gewicht (ungetrocknet): Weißeichen: 950 – 1050 kg pro Kubikmeter; Roteichen: 1000 – 1100 kg pro Kubikmeter.

Lebenserwartung: Eichen zählen zu den langlebigsten Baumarten überhaupt. Im Schnitt erreichen sie ein Alter zwischen 500–800 Jahren, Stieleichen können über 1000 Jahre alt werden, es wurden schon Exemplare jenseits der Altersgrenze von 1500 Jahren entdeckt. Indikator für das Alter sind die Jahresringe eines Baumes.

Farbe und Struktur des Holzes: Das Splintholz ist 2 bis 8 cm breit, bei Weißeichen weiß bis hellgrau, bei Roteichen hellgrau bis blassrosa. Darunter liegt das Kernholz, das für die verarbeitende Industrie relevant ist. Es ist blass bis hellbraun bei Weißeichen, bei Roteichen hellrötlich-grau bis braun, vereinzelt hellbraun. Mooreichen, die lange in feuchten Gebieten unter Wasser gelagert haben, zeichnen sich durch eine teilweise pechschwarze Verfärbung des Kernholzes aus, wobei die Festigkeit des Holzes gewahrt bleibt.
Eichenholz Tisch, Bett, Schrank, Stuhl | möbelwelten.de

Rustikal und werterhaltend. Möbel aus Eiche bestechen durch einzigartige Optik kombiniert mit nachhaltig beständiger Qualität.

LIVA Design-Küche Camelot Castle | möbelwelten.de

LIVA Camelot Castle: gefertigt aus Eiche Massiv mit Asten.

Werkstoffkunde 1
Eiche – voll auf Trend geeicht
Die Möbelbranche feiert das Comeback der Eiche: Ob als Tisch, Bett, Schrank, Stuhl oder Fußbodenbelag – das zeitlos schöne Hartholz hat die Herzen der Verbraucher zurückerobert. „So weit das Auge sehen konnte, Eiche, Eiche, Eiche. Und das in allen Farben und Variationen“, entfuhr es dem Vorsitzenden des Verbandes der Deutschen Parkettindustrie (vdp), Michael Schmid, bei einem Rundgang über die imm cologne.

Die Begeisterung hat viele Ursachen. Zum einen überzeugt Eichenholz, einst wie heute, durch seine vielfachen Bearbeitungsmöglichkeiten. Das Holz ist, schlicht gesagt, ein Glücksfall für die verarbeitende Industrie: Obwohl schwer und hart, ist das Holz zugleich auch elastisch – und daher perfekt für die Möbelherstellung geeignet. Besonders die Stieleiche, auch bekannt als „Sommereiche“ oder „Deutsche Eiche“, eignet sich für die unterschiedlichsten Veredelungs-Varianten.

Hierbei kommen verschiedenste Werkzeuge und Bearbeitungsverfahren zum Einsatz: Eiche lässt sich räuchern und kalken, auslaugen, beizen, bürsten und beliebig einfärben.
Zum Strahlen bringen sie Öl und Wachs, bleibt sie unbehandelt, werden ihre gewachsenen Strukturen am authentischsten sichtbar. Eiche ist damit auch die ideale Basis für den Vintage-Look – gerade bei Parkettböden lassen sich durch die vielen Bearbeitungsmöglichkeiten die unterschiedlichsten Grade der Abnutzung simulieren.

Die neu entdeckte Liebe zur Natur ist ein wesentlicher Grund für den Wiedereinzug des Eichenholzes in die heimische Sphäre der Verbraucher: Mit seiner Stärke und Langlebigkeit, den lebhaften Maserungen und seiner sinnlichen Haptik strahlt heimisches Eichenholz jene Werte aus, nach der sich die Menschen in turbulenten Zeiten sehnen: Ruhe und Kontinuität und ein Leben im Rahmen bewährter Traditionen und fester Werte.

Eiche inspiriert das Design, wie die Vielfalt an modernen Eichenholzmöbeln belegt: Ebenso robuste wie stylische Esstische, Landhausküchen oder Schrankwände zeigen: Das Holz ist alles andere als „altmodisch“. Auch bei Fußbodenbelägen zeigt sich die Wandlungsfähigkeit des Materials in Form von Landhausdielen oder Eichenparkett in unterschiedlichen Maserungen, Bearbeitungen, Stärken oder Farbnuancen – von Weiß über verschiedene Grau- und Brauntöne bis zum tiefsten Schwarz.
Gleichzeitig spiegelt der Trend zur Eiche die Rückbesinnung umweltbewusster Verbraucher auf heimische Produkte. Vorreiter der Bewegung sind u. a. die sogenannten „Locavores“ in den USA, der Name ist eine Zusammensetzung aus dem Begriff „lokal“ und dem lateinischen Begriff „vorare“ für verschlingen. Das bedeutet: Um das Klima zu schonen, „verschlingen“ Locavores nur Lebensmittel, die im Umkreis von 100 Meilen, also 160 Kilometern, gewachsen, produziert und verarbeitet wurden. Auf diese Weise proklamiert die Bewegung eine bewusstere Lebensführung im Einklang mit der Natur und damit einen aktiven Klimaschutz.

Öko-Chic ist angesagt: Im Geiste der Locavores bevorzugen viele deutsche Haushalte Möbel aus heimischen Hölzern, gern mit dem Siegel „Made in Germany“. Konsequent lehnen sie den Raubbau am Regenwald ab, ebenso wenig schätzen sie den langen, umwelt- und klimaschädigenden Transport wertvoller Tropenhölzer in unsere Gefilde. Möbel und Bodenbeläge aus Eichenholz aus deutschen Wäldern dagegen stehen für besonders kurze Transportwege und geringe Logistikkosten. Denn das Gute wächst so nah: Eiche ist eine der dominanten Baumarten des europäischen Kontinents, neben Deutschland zählt unser Nachbarland Frankreich zu den größten Lieferanten für die Möbelindustrie.
Entdecken Sie auf moebelwelten.de neben dem Comeback von Eichenholz auch folgende Einrichtungsideen: